« Zurück |Weitere Artikel »

Neue Energieeinsparverordnung (EnEV) geht in die nächste Runde

Für Hausbesitzer ändert sich bei Sanierung voraussichtlich nichts
haus-energieausweis_foto-deutsche-energie-agentur-gmbh-dena_at-der-daemmstoff

Die Angaben aus dem Energieausweis sollen künftig schon in Immobilienanzeigen genannt werden
Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und das Bundeswirtschaftsministerium haben nun endlich den Entwurf zur Überarbeitung der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgelegt. Bis Mitte November haben die Bundesländer und Verbände jetzt Zeit für eine Stellungnahme. Bis die neue EnEV in Kraft tritt, wird noch viel Zeit vergehen. Vielleicht folgt auf die jetzt gültige EnEV 2009 sogar erst eine EnEV 2014.

Ursprünglich sollte die neue Energieeinsparverordnung schon ab 2012 gelten (EnEV 2012). Viel ändern wird sich aber zumindest für Hausbesitzer bei einer Sanierung nicht. Verschärfungen sind bisher nur im Neubau-Bereich geplant. Hier eine Übersicht über die wichtigsten geplanten Punkte:

  • Verschärfung der energetischen Anforderungen bei Neubauten (um 12,5%, ab 2016 um 25%)
  • Einführung einer Pflicht zur Nennung von Energiekennwerten in Immobilienanzeigen: Das gilt sowohl für Vermietung als auch für den Verkauf. Künftig soll schon in der Anzeige angegeben werden, welcher Energieausweis vorliegt (Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis) und welchen Energiebedarf beziehungsweise Energieverbrauch der Ausweis angibt. Potenzielle Mieter und Käufer können dann schon aus der Anzeige erste Rückschlüsse über die zu erwartenden Heizkosten des neuen Heims ziehen.
  • Neuskalierung des Bandtachos (Farbskala) im Energieausweis für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a): Künftig soll der rote Bereich im Energieausweis (also zu hoher Energieverbrauch) schon bei einem Endenergiebedarf/Primärenergiebedarf von ca. 250 kWh/(m²·a) beginnen. Bisher lag dieser bei über 400 kWh/(m²·a).
  • Stärkung der Modernisierungsempfehlungen aus dem Energieausweis: Die Modernisierungsempfehlungen des Energieausweises werden explizit Teil des Energieausweises und müssen dann – auch bei Energieausweisen, die nach EnEV 2007 oder 2009 erstellt wurden – im Verkaufs- und Vermietungsfall dem Interessenten zugänglich gemacht werden.
  • Einführung eines Kontrollsystems für Energieausweise: Über Stichproben sollen Energieausweise künftig kontrolliert werden. Das kann eine einfache Überprüfung der Daten und Ergebnisse sein bis hin zu einer vollständigen Prüfung aller Angaben mit eventuellem Vor-Ort-Termin.
  • Keine Verschärfung der Anforderungen an den Gebäudebestand bei der Modernisierung der Außenbauteile bestehender Gebäude und keine neuen Nachrüstpflichten. Lediglich Änderungen bei Anforderungen von Außenbauteilen (Verschärfung bei Außentüren, Änderungen bei Erneuerung von Außenwänden): Bei Änderungen an Außenwänden, die vor 1984 errichtet oder erneuert worden sind, gibt es keine Anforderungen an die Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften. Bei der Erneuerung von Außentüren wird der Umax-Wert von 2,9 W/(m²·K) in der EnEV 2009 auf einen Umax-Wert von 1,8 W/(m²·K) gesenkt.

Hintergrund: Was regelt überhaupt die Energieeinsparverordnung EnEV?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt folgende Bereiche: Energieausweise für Gebäude (Bestand und Neubau), Energetische Mindestanforderungen für Neubauten, Energetische Mindestanforderungen für Modernisierung, Umbau, Ausbau und Erweiterung bestehender Gebäude, Mindestanforderungen für Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie Warmwasserversorgung

Quelle: Zukunft Haus / Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

© FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. | Friedrichstraße 95 (PB 138) | 10117 Berlin