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Von der Energieschleuder zum Multi-Komfort-Haus mit Mineralwolle-Dämmung

Wenn ein Passivhaus-Architekt sein eigenes Haus modernisiert

„Multi-Komfort-Haus“ – so heißt eine Passivhaus-Variante, die der Architekt und zertifizierte Passivhaus-Spezialist Roland Matzig an seinem eigenen, 50 Jahre alten Wohn- und Geschäftshaus in Mannheim erfolgreich umsetzte. Dabei setzte er auf eine hoch gedämmte Hülle des Hauses mit Mineralwolle-Dämmstoffen.

Rund 9.000 Liter wiesen die Heizölrechnungen der dreistöckigen Doppelhaushälfte in Mannheim-Almenhof Jahr für Jahr aus – bis der Architekt und Passivhaus-Planer Roland Matzig das Haus erwarb, um es als Wohn- und Geschäftshaus selbst zu nutzen. Den neuen Hauseigentümer schreckte der energetische Zustand des Hauses keineswegs. Da energieeffizientes Bauen und Sanieren für ihn nicht nur ökonomische, sondern vor allem ökologische Aspekte hat, sieht Roland Matzig vom Planungsbüro „r-m-p-Architekten“ in Mannheim gerade in der Modernisierung von Bestands-Immobilien eine besondere Herausforderung. Denn im Altbau ist das von ihm als nachhaltigste Art zu bauen favorisierte Passivhaus-Konzept ungleich schwieriger umzusetzen als im Neubau.

Effiziente Dämmstoffe unterstützen das Passivhaus-Konzept

Die energetische Basis eines Passivhauses ist seine hoch gedämmte Gebäudehülle. Und hier setzte das Modernisierungskonzept Matzigs an. Es galt, aus den zugigen, schlecht gedämmten Außenbauteilen des Altbaus eine perfekt gedämmte Außenhülle ohne Wärmebrücken und Luftundichtigkeiten zu schaffen. Dabei spielen hocheffiziente Dämmstoffe, die Bauteilschichten in vertretbaren Grenzen halten, eine wichtige Rolle. So wurden beispielsweise im Dach des Mannheimer Hauses Mineralwolle-Dämmstoffe mit der Wärmeleitstufe 032 verbaut, die neben besonders guter Wärmedämmung den für Mineralwolle typischen hohen Schallschutz sowie mehr Sicherheit durch Nichtbrennbarkeit und Diffusionsoffenheit bieten.

Wärmegedämmte Außenhülle des Hauses vom Keller bis zum Dach

Zur Dämmung des Sparrendachs wurde zunächst ein Klemmfilz aus Mineralwolle mit der Wärmeleitstufe 032 140 Millimeter dick zwischen den Sparren verlegt. Darunter verläuft eine weitere, nur 24 Millimeter dünne Mineralwolle-Dämmung zwischen den Traglatten. Sie dient in erster Linie als Installationsebene. Schadensträchtige Durchdringungen der darüber liegenden Dampfbremse durch Kabel oder Rohre konnten so vermieden werden. Die Hauptdämmschicht befindet sich über den Sparren. 200 Millimeter stark, schaltet sie den Wärmebrückeneffekt der Sparren beinahe komplett aus und bildet den für ein Passivhaus wichtigen homogenen, hoch wirksamen Wärmeschutz des Daches (U-Wert-Verbesserung von 1,1 auf 0,15 W/m2K). Die sorgfältig abgedichtete Dampfbremse ist feuchtevariabel und ermöglicht daher in Verbindung mit dem diffusionsoffenen Dämmstoff ein problemloses Abtrocknen feuchter Sparren.

Nach dem Einbau der neuen Passivhausfenster mit 3-Scheiben-Isolierverglasung (U-Wert-Verbesserung von 2,7 auf 0,73 W/m2K) in der Dämmebene erhielt die einschalige, verputzte Außenwand ein 260 Millimeter dickes, ebenfalls mineralisches Wärmedämm-Verbundsystem, das den U-Wert von ehemals 1,9 W/(m2K) bis auf passivhaustaugliche 0,15 W/(m2K) absenkte. Es setzt sich als Sockeldämmung über die Flanken der Kellerdecke hinaus nach unten fort. Die Kellerdecke trennt den warmen Bereich vom unbeheizten Keller und musste daher entsprechend dick gedämmt werden: 120 Millimeter dicke, an der Deckenunterseite verklebte Steinwolleplatten sorgen im Erdgeschoss für warme Füße. Unterstützt werden sie von einer 200 Millimeter dicken Estrich-Dämmung im Erdgeschoss (U-Wert-Verbesserung Kellerdecke von 1,1 auf 0,17 W/m2K).

Effiziente Haustechnik ergänzt das Passivhaus-Konzept

Durch die hervorragend gedämmte Außenhülle wurde ein konventionelles Heizsystem überflüssig. Das Wohn- und Geschäftshaus in Mannheim erhielt statt dessen eine geregelte Zu- und Abluftanlage mit einer Wärmerückgewinnung von über 90 Prozent. Sie reduziert die Lüftungswärmeverluste auf ein Minimum und sorgt für zugluftfreie, saubere Raumluft. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe dient der Nachheizung der Raumluft an sehr kalten Tagen und unterstützt die Warmwasser-Aufbereitung. Überwiegend wird das Trinkwasser jedoch solar erwärmt. Um die Leitungsverluste auf ein Minimum zu begrenzen, wurden alle Warmwasserrohre ebenfalls überdurchschnittlich gedämmt beziehungsweise im beheizten Wohnbereich verlegt.

Fazit: Mineralwolle-Dämmung sorgt für Wertbeständigkeit und Wohnbehaglichkeit

Auch im Bestand lässt sich das Passivhaus-Konzept mit vertretbarem Aufwand realisieren. Die hochgedämmte Außenhülle des Hauses sorgt für dauerhaft niedrige Energie-Kennwerte ohne aufwändige, störanfällige Technik und für ein gleichmäßiges Temperaturniveau von Raumluft und Wandoberflächen. Sie garantiert damit nicht nur eine hohe Wertbeständigkeit des Hauses, sondern auch eine hohe Wohnbehaglichkeit. Die eingesetzten Mineralwolle-Dämmstoffe machen das Passivhaus zum „Multi-Komfort-Haus“ mit Mehr-Wert: Denn die Bewohner profitieren zusätzlich von den sehr guten bauakustischen Eigenschaften der Mineralwolle, die wirksam vor Lärmübertragungen schützt sowie von einem deutlichen Sicherheitsplus aufgrund ihrer Nichtbrennbarkeit und Diffusionsoffenheit.

Quelle: www.der-daemmstoff.de / Roland Matzig / r-m-p-architekten

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