Unsere Positionen

Die Mineralwollehersteller setzen sich für lebenswertes und bezahlbares Wohnen ein. Die folgenden sechs Punkte sind uns dabei besonders wichtig.

1. Sicher Wohnen

In den eigenen vier Wänden muss man sich sicher fühlen können. Dazu gehört vor allem die Verringerung von Brandrisiken und damit der Schutz von Leben und Eigentum. Deswegen setzen wir uns für hohe Standards bei den Brandschutzbestimmungen ein. Dazu gehört sowohl den baulichen Brandschutz bei Mehrfamilienhäusern wie auch bei Ein- oder Zweifamilienhäusern zu verbessern. Die heute geltenden unterschiedlichen Standards setzen die Bewohner sowie deren Hab und Gut unnötigen Risiken aus.

2. Energetische Sanierung durch verbesserte Förderung aktivieren

Der Gebäudebestand bietet mit ca. 40 Prozent Anteil am Energieverbrauch die größten Energieeinsparpotentiale. Dieses Potential zu aktivieren und zu heben ist dringend notwendig, um nachhaltig Nebenkosten zu senken, die Energieabhängigkeit Deutschlands zu verringern und die Klimaschutzziele zu erreichen. Zu einem umfassenden Maßnahmenpaket gehören zwei Dinge: Erstens die umfassende steuerliche Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen für Immobilieneigentümer und zweitens Verstetigung und Ausbau der KfW Förderung. Die Bereitschaft energetisch zu sanieren, ist groß bei den Hausbesitzern. Jeder Dritte kann sich vorstellen, entsprechende Maßnahmen durchzuführen – wenn es eine steuerliche Förderung gäbe. Bei entsprechend attraktiven Zuschüssen sind es sogar über 50 Prozent.* Um dieses Potential von bis zu 15 Millionen Eigenheimbesitzern zu aktivieren, ist die Einführung umfassender steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten unabdingbar. Die bisher von Bund und Ländern bevorzugte Förderung durch zinsgünstige KfW-Darlehen ist angesichts des insgesamt niedrigen Zinsniveaus nicht mehr attraktiv. Die KfW Zuschussprogramme sind stattdessen zu stärken und zu vereinfachen.

3. Schallschutz verbessern und Rückzugsräume schaffen

Neben Sicherheit hat bei Wohnraum gerade die Privatsphäre einen hohen Stellenwert. Dafür ist guter Schallschutz unverzichtbar. Darüber hinaus ist der Schutz gegen störenden Lärm aber auch deshalb wichtig, weil Lärm ernste Krankheiten hervorrufen kann. Guter Schallschutz ist also kein Selbstzweck, sondern verbessert die Gesundheit der Bewohner.

4. Erhöhung der Effizienzstandards mit Augenmaß

Niedrige Energiekosten und behagliche Wohnungen müssen allen zugutekommen. Deshalb sollten die Standards und andere ordnungsrechtliche Maßnahmen mit Augenmaß erhöht werden. Ziel muss sein, dass möglichst effiziente Immobilien gebaut bzw. Bestandsimmobilien saniert werden können. Die Wärmeschutz- und später die Energieeinsparverordnungen in Kombination mit der Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen haben zu der bisher erreichten Verbesserung des energetischen Niveaus der Gebäude in Deutschland geführt. Diese vernünftige Kombination aus Ordnungsrecht und Förderung soll auch in Zukunft weitergeführt werden.

5. Bezahlbares Wohnen

Wohnraum muss bezahlbar sein. Die energetische Sanierung trägt dazu bei, indem sie die Nebenkosten, die sogenannte zweite Miete, dauerhaft begrenzt. Energetische Sanierungsmaßnahmen dürfen aber nicht als Vorwand genutzt werden, um Altmieter aus ihren Wohnungen zu drängen. Deshalb sind die Umlagen strickt auf den Anteil der Kosten der energetischen Sanierung zu begrenzen. So erreicht man eine gerechte Beteiligung von Eigentümern, öffentlicher Hand und Mietern an den notwendigen Sanierungskosten. Übrigens: Die zusätzlichen Kosten, die durch die energetische Sanierung entstehen, erreichen üblicherweise 30 bis 40 Prozent des gesamten Sanierungsaufwands. Bei Neubauten machten die Aufwendungen für die Dämmung nur 5,5 Prozent der Gesamtkosten aus. Das geht aus Zahlen der Arbeitsgemeinschaft für Zeitgemäßes Bauen (ARGE) und auch aus dem Abschlussbericht der Baukostensenkungskommission des BMUB hervor. Der Anteil der gesamten Dämmstoffkosten am Neubau ist sogar noch geringer, er macht üblicherweise weniger als 2 Prozent der Baukosten aus

6. Energieeffizienz in Studium und Ausbildung verankern

Die Anforderungen in der energetischen Sanierung steigen, bei der Ausbildung von Architekten und Handwerkern ist das Thema Energieeffizientes Bauen und Sanieren jedoch kaum verankert. Wir brauchen hier mehr Fachwissen, damit die Qualität in Planung und Verarbeitung stimmt. Dann sind auch die Hausund Wohnungseigentümer zufrieden. Und nur so können wir die Effizienzziele auf dem Gebäudesektor erreichen.

* INSA-Umfrage im Auftrag FMI, Mai 2015

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