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Einigung bei steuerlicher Förderung für Sanierung nicht in Sicht

Verhandlungen zum Steuerbonus gehen am Willen der Bürger vorbei
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Mit den derzeitigen Diskussionen um die steuerliche Förderung einer Sanierung werden Hausbesitzer nur verunsichert. So wird die Energiewende nicht gelingen, mahnen Experten. Hausbesitzer brauchen endlich Klarheit für ihre Pläne zur Sanierung
Foto: www.der-daemmstoff.de

Auch in seiner Sitzung am 27. Juni konnte der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat keinen Durchbruch im Streit um die steuerliche Förderung einer energetischen Sanierung erzielen. Berichten zufolge liegt das vor allem an den finanziellen Forderungen der Bundesländer. Experten mahnen alle Beteiligten, die festgefahrenen Positionen zu überdenken und endlich einen Kompromiss zur Förderung von Hausbesitzern zu finden.

Rund 30 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf das Heizen von Gebäuden und die Bereitung von Warmwasser, drei Viertel davon in unsanierten Altbauten. Rund 70 Prozent der Gebäude, die vor 1979 gebaut wurden, haben keinerlei Dämmung, bei 20 Prozent ist sie unzureichend. Ein ähnlich schlechtes Bild ergibt sich bei den rund 18 Millionen Heizungsanlagen in deutschen Kellern: 70 Prozent entsprechen nicht dem Stand der Technik. Durch eine umfassende energetische Sanierung kann der Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Eine entsprechende Förderung für die Sanierung zahlt sich deshalb gleich mehrfach aus: für die regionale Wirtschaft, die Länder und die Kommunen. Um so unverständlicher für Hausbesitzer, dass sich die Politik seit über einem Jahr nicht zur steuerlichen Förderung einer Sanierung einigen kann.

 Verhandlungen zur steuerlichen Förderung gehen am Willen der Bürger vorbei

Dass die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern inzwischen deutlich am Willen der Bürger vorbeigehen, betont der Gesamtverband Dämmstoffindustrie GDI: Denn gemäß einer Emnid-Umfrage im Auftrag des GDI sind bereits 40 Prozent der Befragten bereit, ihr Haus komplett energetisch zu sanieren. Statt aber breiten Bevölkerungsschichten die energetische Sanierung zu ermöglichen, engen die Bundesländer momentan den Zugang zur steuerlichen Förderung immer weiter ein, warnen die Experten. Sie fordern endlich Klarheit für die Hausbesitzer.

Kernelemente der Energiewende stehen auf der Kippe

Experten mahnen längst, dass die Ziele der Energiewende so nicht zu erreichen sind. So auch Alexander Geißels, Diplom-Ingenieur und Dämm-Experte für das Ratgeberportal www.der.daemmstoff.de:

„Im Gebäudebestand mit seinem enormen Verbesserungs-Potenzial sollen die Anforderungen an die Gebäudehülle gegenüber der EnEV 2009 nicht verändert werden. Hintergrund sei die Befürchtung, dass modernisierungswillige Hausbesitzer durch übermäßige Forderungen von Modernisierungs-Maßnahmen gänzlich abgeschreckt werden könnten. Aber wie sollen so die Ziele der Bundesregierung erreicht werden? Ohne erhöhte Anforderungen für den Gebäudebestand wird die EnEV 2012 nicht viel bewirken, sondern die Umsetzung der notwendigen Energiewende verzögern. Mit energetischen Modernisierungen, die nicht das maximal erreichbare Verbesserungs-Potential ausschöpfen, werden heute die Modernisierungsfälle für 2020 produziert. Ist das nachhaltig? Warum sollen Hausbesitzer abwarten, wenn sie bereits heute ihren Energiebedarf bestmöglich senken und gleichzeitig den Wohnkomfort steigern können? Beide Aspekte bringen sofort spürbare Mehrwerte für Immobilienbesitzer und den Klimaschutz. Noch mehr: sie tragen dazu bei, dass Deutschland sich schneller ein Stück weit unabhängiger machen kann von ausländischen Energielieferanten in Krisengebieten. Das alles kann doch nur im Interesse aller, vor allem aber der Bundesregierung sein. Ein neuer Bundesumweltminister macht uns zunächst einmal indirekt Hoffnung, dass die Energiewende nun hoffentlich mit erhöhtem Tempo und neuen Ambitionen umgesetzt wird. Wünschenswert ist auch ein positiver Abschluss über die steuerliche Erleichterung von energetischen Modernisierungs-Maßnahmen im Vermittlungsausschuss. Steuerliche Vorteile sind erwiesenermaßen ein wirkungsvoller Anreiz für Hausbesitzer.“

Quelle: www.der-daemmstoff.de / GDI / Alexander Geißels / Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

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