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Baurecht-Tipp: Dämmung auf der Grenze nur ausnahmsweise möglich

Erst beim Bauamt informieren, dann Dämmung in Auftrag geben
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Wer die Fassade seines Hauses mit einer Dämmung, zum Beispiel aus Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle, warm einpackt, sollte sich vorher versichern, dass die Dämmung nicht auf das Grundstück des Nachbarn ragt
Foto: FMI

Viele Hausbesitzer möchten Energie sparen und ihr Haus zeitgemäß dämmen. Bei einem freistehenden Haus ist das kein Problem. Es lässt sich ringsum mit einer schützenden Dämmung einpacken. Was aber, wenn das Haus auf der Grenze steht? Darf der Hauseigentümer dann trotzdem dämmen, auch wenn die gedämmte Fassade anschließend auf Nachbars Grundstück ragt?

Nein, das darf er in der Regel nicht, warnt die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein (DAV). Allerdings gehen immer mehr Länder dazu über, hier Ausnahmeregelungen zu schaffen und die Dämmung über die Grundstücksgrenze hinaus zu ermöglichen, sofern sie den Anrainer nicht einschränkt. Die ARGE Baurecht rät sanierungswilligen Hausbesitzern in jedem Fall: Zunächst beim Bauamt informieren, dann mit dem Nachbarn sprechen und danach erst den Handwerker mit der Dämmung beauftragen. So lässt sich Ärger vermeiden.

Andere Lösungsmöglichkeiten: Überbaurente oder Abfindung

Ist beim Nachbarn ausreichend Platz auf dem Grundstück, kann der sanierungswillige Hausbesitzer versuchen, eine Grenzregelung auszuhandeln. Entweder bezahlt er ihm eine so genannte Überbaurente, die in der Regel aber recht gering ist, oder er bietet ihm für die überbaute Fläche eine Abfindung in Höhe des ortsüblichen Grundstückspreises an. Wie auch immer die Vereinbarung aussieht, sie sollte schriftlich festgehalten und ins Grundbuch eingetragen werden, damit sie auch für spätere Grundstückseigentümer noch bindend ist.

Quelle: ARGE Baurecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) / Verband privater Bauherren e.V.

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