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Rechtstipp Fassadendämmung

Eigentümerversammlung kann Volldämmung der Fassade durchsetzen
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Gibt es mehrere Möglichkeiten einer Sanierung, kann sich die Eigentümergemeinschaft eines Hauses auch für die teurere Variante der Fassadendämmung, wie hier mit Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle, entscheiden
Foto: FMI

Wenn eine Fassade Schäden aufweist, kann die Eigentümergemeinschaft eines Hauses unter mehreren Sanierungsmöglichkeiten wählen. Kommen sowohl eine Vollwärmedämmung als auch eine Teildämmung der Fassade in Frage, kann auch die teurere Variante der Vollwärmedämmung beschlossen werden. Auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 15. November 2010 (AZ: 20 W 138/08) weist die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin.

Der entsprechende Fall sah so aus: In einer Eigentumswohnung bildete sich Schimmel. Der Schimmel hatte seine Ursache in Mängeln der Fassade. Ein Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass zur Behebung des Mangels entweder die Giebelseite mit Kosten von circa 17.000 Euro oder die komplette Hausfassade mit Kosten von circa 34.900 Euro gedämmt werden können. Die Wohnungseigentümer beschlossen eine Volldämmung der Hausfassade. Ein Wohnungseigentümer – der Kläger – meinte, dies sei nicht erforderlich und eine Teildämmung ausreichend.

Die Klage war erfolglos. Die Wärmedämmung der gesamten Hausfassade stelle keine bauliche Veränderung dar, so das Gericht. Die Sanierung geschehe aufgrund der Mängel an der Fassade und somit liege eine modernisierende Instandsetzung vor. Bei einer Teildämmung bestehe die Gefahr, dass sich an den nicht gedämmten Bauteilen Schimmel bilde. Angesichts dieses Risikos hätte ein vernünftiger und wirtschaftlich denkender Wohnungseigentümer eine Volldämmung gewählt. Wohnungseigentümer könnten ferner eine technische Lösung wählen, die geeignet sei, den Baumangel dauerhaft zu beseitigen. Das Ermessen der Wohnungseigentümer sei jedenfalls nicht überschritten, wenn mehrheitlich über eine Mindestsanierung hinaus Arbeiten vorgenommen werden. Somit musste der Kläger die Entscheidung für eine Volldämmung der Hausfassade hinnehmen.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV)

Fassadendämmung mit Mineralwolle

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