« Zurück |Weitere Artikel »

Die populärsten Irrtümer rund um Modernisierung und Dämmung

Hausbesitzer sollten sich vor einer Sanierung gut informieren
Daemmung-Mineralwolle-zweischaliges-Mauerwerk_Foto-Isover_at-der-daemmstoff

Eine Dämmung der Fassade lässt Wände nicht atmen? Diese und andere Irrtümer halten Hausbesitzer von einer Sanierung ab und kosten sie viel Geld
Foto: FMI

Eine Fassadendämmung lässt Wände nicht atmen? Das Schlafzimmer braucht keine Dämmung? Weit verbreitete Vorurteile sind schwer auszurotten. Doch diese Fehleinschätzungen können Hausbesitzer viel Geld kosten. Der Energieexperte und Architekt Sven Haustein räumt mit sechs besonders häufigen Missverständnissen zum Thema Dämmung und energetische Sanierung auf.

1. Neue Fenster sind schuld, wenn Schimmel entsteht

Nicht die neuen Fenster sind schuld, sondern das falsche Lüftungsverhalten der Hausbewohner. Heutige Isolierglasfenster sind im Unterschied zu älteren, sehr durchlässigen Fenstern fast vollkommen luftdicht. Damit die Feuchtigkeit aus der Raumluft abziehen und durch trockene Frischluft ersetzt werden kann, muss viel häufiger gelüftet werden. Der beste Schutz vor Schimmel ist mehrmals tägliches Stoßlüften. Dadurch kühlen die Wandoberflächen kaum ab und die frische Luft wird schneller wieder warm. Auch über den Einbau einer Lüftungsanlage können Hausbesitzer nachdenken.

2. Durch eine Dämmung der Fassade können Wände nicht mehr atmen

Wände atmen nicht, sie sind luftdicht, egal ob mit oder ohne neue Dämmung. Beachten sollten Hausbesitzer allerdings, dass eine nachträgliche Wärmedämmung sehr sorgfältig und professionell angebracht wird, damit in der Raumluft enthaltener Wasserdampf zusammen mit der Wärmeströmung „schadensfrei“ durch das Bauteil wandert.

3. Statt Dämmung und Sanierung drehe ich lieber die Heizung ab und ziehe einen dicken Pulli an

In einem weitestgehend wärmebrückenfrei konstruierten Neubau geht das – schließlich spart jedes Grad weniger Raumtemperatur etwa sechs Prozent Heizenergie. Im Altbau kann diese Idee aber verheerende Folgen haben: Je geringer die Raumtemperatur, desto kälter werden die Oberflächen der Außenbauteile. Die Folge kann erhöhte Schimmelbildung sein, weil sich die Feuchtigkeit aus der Raumluft an den kalten Stellen leichter niederschlägt.

4. Mein Schlafzimmer braucht keine Dämmung und Heizung. Ich lasse die Schlafzimmertür offen und die Luft aus den geheizten Räumen überschlagen

Ganz falsch, denn zwei Personen atmen jede Nacht rund sechs Liter Wasser in Form von Wasserdampf aus. Wird nicht wenigstens etwas geheizt und morgens stoßgelüftet, und dann auch noch die feucht-warme Luft aus dem Nebenraum ins kalte Schlafzimmer geleitet, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die sich an den kalten Oberflächen niederschlagende Feuchtigkeit ideale Wachstumsbedingungen für den gefürchteten Schimmel bietet.

5. Hausbesitzer haben für eine Sanierung Anspruch auf staatliche Förderung

Schön wär’s, stimmt aber so leider nicht. Die Förderbedingungen sind zwar klar geregelt, können sich aber, etwa bei den KfW-Programmen, jederzeit ändern. Auch die Zinssätze für vergünstigte Darlehen können bei Vertragsunterzeichnung schon andere sein als bei der Planung des Vorhabens. Die BAFA-Fördermittel für erneuerbare Energien werden gar nur im Nachhinein nach dem „Windhundverfahren“ vergeben. Ist zum Zeitpunkt des Antrags der Fördertopf leer, haben Hausbesitzer das Nachsehen. Wer Fördermittel für Dämmung und Sanierung in Anspruch nehmen will, sollte sich erst gut informieren statt einfach loszulegen.

6. Was bei einer Energieberatung an Einsparung ausgerechnet wird, stimmt auf den Cent genau

Fachleute können auf der Basis von Normen, Richtlinien und Erfahrungswerten zwar sehr präzise ausrechnen, wie viel mit welchen energetischen Sanierungsmaßnahmen eingespart wird. Diese Berechnungen beziehen sich aber immer auf einen typischen Normfall. Der wird in der Realität aber immer vom tatsächlichen Nutzerverhalten überlagert. Im Klartext: Wie geheizt, gelüftet, geduscht und gebadet wird, ist individuell sehr verschieden.

Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall

 

Schimmel entsteht nicht durch Dämmung an der Wand

 

Die drei größten Dämm-Märchen

Erfahren Sie mehr auf unserer Informationsseite www.der-daemmstoff.de

 

 

 

© FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. | Friedrichstraße 95 (PB 138) | 10117 Berlin