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Die „sieben Plagen“ für viele Hausbesitzer

Fehlende Dämmung macht sich an vielen Stellen bemerkbar

Bei den schnell steigenden Energiepreisen fühlen sich gerade Besitzer eines älteren Hauses wie von einer biblischen Plage heimgesucht. Die Öl-Tanks sind nach dem langen Winter leer und das Nachfüllen wird richtig teuer. Hausbesitzern, die mit Gas heizen, ergeht es nicht besser. Auch sie kämpfen mit steigenden Heizkosten. Doch gerade am eigenen Haus lassen sich schnell und kostengünstig Verbesserungen durch gezielte Dämmung mit Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle erreichen, die teilweise auch in Eigenregie möglich sind. Welche Maßnahme wie viel Heizkosten spart, verrät Energieberater und Dämmstoffexperte Arndt Jänsch.

1. Dachdämmung – bis zu 30 Prozent weniger Wärmeverlust

Aufgrund seines großen Anteils an der Hülle des Hauses ist die Dämmung des Dachs besonders wichtig für die Energieeinsparung. Steildächer werden zwischen oder auf den Sparren gedämmt. Je nach Sparrenhöhe kann bei der Zwischensparrendämmung auch eine zusätzliche Untersparrendämmung notwendig sein, um die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) zu erfüllen. Jede dieser Konstruktionen erfordert eine Dampfbremse auf der Innenseite, die das Eindringen von Feuchtigkeit aus den Räumen in die Dachkonstruktion verhindert. „Die Dämmung zwischen den Sparren sowie zusätzlich unter den Sparren können versierte Hausbesitzer selbst ausführen. Die Dämmung auf den Sparren wird meist bei einer Dachneueindeckung verlegt und ist eine Aufgabe für den Profi“, erläutert Energieberater Arndt Jänsch.

2. Oberste Geschossdecke dämmen ist ab Ende 2011 Pflicht

Wenn das Dachgeschoss nicht genutzt wird, muss die oberste Geschossdecke gedämmt werden. In der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) ist eine Nachrüstpflicht bis Ende 2011 vorgesehen. Diese greift, wenn das Haus den Besitzer wechselt. Mit der Dämmung des Dachbodens sparen Hausbesitzer sofort Heizenergie und schaffen sich eine wärmende Hülle direkt über ihrem Wohnbereich. Handwerklich begabte Hausbesitzer können die Dämmung selbst aufbringen. Wird der Dachraum nur sporadisch betreten, ist schnell verlegte Rollenware aus Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle ausreichend. Soll der Dachboden begehbar sein, bilden druckfeste Dämmplatten aus Mineralwolle die ideale Unterlage.

3. Kalte Füße durch Kellerdecke ohne Dämmung

Durch einen Quadratmeter ungedämmte Betonkellerdecke entweicht pro Jahr die Energie aus etwa zehn Litern Heizöl. Bereits eine 60 Millimeter dicke Dämmung aus Mineralwolle reduziert diesen Verlust um bis zu 80 Prozent. „Eine Dämmung der Kellerdecke zählt zu den rentabelsten Wärmeschutzmaßnahmen überhaupt“, bestätigt der Energieberater. „Mit wenig Aufwand können Hausbesitzer die Dämmung an der Unterseite der Kellerdecke selbst anbringen und so viele hundert Euro im Jahr einsparen“, empfiehlt Jänsch.

4. Oft unterschätzt: Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen

Heizleitungen ohne oder mit veralteter Dämmhülle, die im kalten Keller verlaufen, verschwenden jährlich sieben bis zehn Liter Öl pro Meter. Dabei werden schnell 100 bis 200 Liter Heizöl pro Jahr nutzlos verheizt. Warmwasserleitungen im kalten Keller müssen deshalb gedämmt werden – das schreibt auch der Gesetzgeber in der EnEV 2009 vor. „Bei Kosten von drei bis fünf Euro pro Meter Dämmung bei gängigen Leitungen amortisiert sich diese Maßnahme innerhalb der nächsten Heizperiode“, weiß der Dämmstoffexperte. Wegen der hohen Hitzebeständigkeit eignet sich Mineralwolle hier ideal als Dämmstoff. Die Dämmung der Rohre kann in der Regel problemlos selbst erledigt werden.

5. Fassadendämmung bringt bis zu 25 Prozent weniger Wärmeverlust

Die nachträgliche Dämmung der Außenwand schützt das Haus wie eine warme Jacke. Je nach Ausgangslage kommt ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) oder eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade zum Einsatz. „Mein Tipp: Die geeigneten Maßnahmen objektbezogen mit einem Energieberater durchsprechen und in Abhängigkeit von der Wirtschaftlichkeit festlegen“, rät der Energieberater. Wenn an der Fassade nichts verändert werden darf oder soll, ist eine Innendämmung der Außenwände die richtige Alternative. Beide Maßnahmen sollte ein fachkundiger Handwerker ausführen, damit die Dämmung lückenlos ist und keine Wärmebrücken entstehen.

6. Neue Fenster? Dämmung von Fensterlaibung und Fassade am besten gleich mit erledigen

Wird die Fassade erneuert, kommt auch der gleichzeitige Austausch der Fenster in Betracht. Moderne Wärmeschutzfenster lassen im Vergleich zu Einfachglas fast 75 Prozent weniger Wärme entweichen. Hausbesitzer sollten auf den sogenannten U-Wert achten. Dieser gibt an, wie viel Wärmeenergie durch ein Fenster entweicht. Je kleiner der Wert, desto weniger Wärme geht aus dem beheizten Haus verloren. Beim Austausch alter Fenster schreibt die EnEV 2009 einen U-Wert von 1,3 oder kleiner vor. „Häufig verzichten Hausbesitzer beim Fenstertausch auf die Dämmung der Fassade und der Fensterlaibung. Das kann zu Problemen mit Feuchtigkeit und Schimmelbildung führen. Denn die neuen Fenster sind dichter und besser gedämmt als die alten und der Luftaustausch damit geringer“, weiß Jänsch.

7. Rollladenkasten: Kleines Bauteil mit großer Wirkung

Alte Rollladenkästen sind oft regelrechte Wärmelecks. „Der Anteil von Rollladenkästen an der Gesamtfläche der Wand ist zwar vergleichsweise gering, sie sind energetisch betrachtet aber das schlechteste Bauteil“, erklärt Jänsch. Rollladenkästen im Sturzbereich, die im direkten Luftaustausch mit der Außenluft stehen, sollten innen gedämmt und mit wärmegedämmten Kastendeckeln versehen werden. Auch diese Arbeiten kann der Hausbesitzer selbst ausführen.

Doch bevor Hausbesitzer selbst Hand anlegen, sollten sie sich von einem Energie-Fachberater im Baustoff-Fachhandel umfassend beraten lassen, damit gesetzlich festgelegte Grenzwerte eingehalten werden.

Quelle: www.der-daemmstoff.de

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